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Kontrolldurchführung, Termine und Nachweise – IKS

Wie man Kontrollen plant, durchführt und nachweist, von Kontrollkalender und Stichproben bis zu Audit Trail und Aufbewahrung.

Auf einen Blick

Diese Fragen werden auf eigenen Seiten ausführlich beantwortet:

Weitere Fragen und Antworten

Wie plant man Kontrolltermine und Kontrollfrequenzen?

Kontrolltermine werden aus Risiko, Prozesszyklus, Transaktionshäufigkeit, Abschlusskalender und möglichen Schadensfolgen abgeleitet. Wiederkehrende Kontrollen erhalten eine eindeutige Periodicity, Fälligkeit, verantwortliche Rolle und Stellvertretung. Feiertage, Abwesenheiten und abhängige Vorarbeiten sind zu berücksichtigen. Ein zentraler Kontrollkalender macht Belastungsspitzen und Überschneidungen sichtbar und ermöglicht rechtzeitige Erinnerungen sowie Eskalationen.

Wann ist ein Kontrollnachweis ausreichend und prüfbar?

Ein Prüfer muss erkennen können, was tatsächlich kontrolliert wurde, nach welchen Kriterien und mit welchem Ergebnis. Der Nachweis sollte vollständig, lesbar, zeitnah erstellt, eindeutig der Kontrolle zugeordnet und vor unbemerkter Veränderung geschützt sein. Festgestellte Abweichungen und deren Nachverfolgung gehören dazu. Die erforderliche Tiefe hängt von Risiko und Komplexität ab; unnötige Belegsammlungen erhöhen Aufwand ohne zusätzliche Aussagekraft.

Wie erstellt man digitale Kontrollnachweise?

Digitale Nachweise werden möglichst direkt im Kontrollworkflow erfasst oder sicher verknüpft. Pflichtfelder, Zeitstempel, Benutzeridentität, Dateiversion und Freigaben erhöhen Nachvollziehbarkeit. Sensible Daten sind zu minimieren und angemessen zu schützen. Screenshots sollten nur verwendet werden, wenn keine bessere strukturierte Datenquelle verfügbar ist. Das System muss Aufbewahrung, Suche, Export und Zugriffskontrolle unterstützen.

Wie dokumentiert man Freigaben und Visierungen nachvollziehbar?

Eine Freigabe sollte eindeutig zeigen, wer welchen Inhalt in welcher Version zu welchem Zeitpunkt genehmigt hat. Elektronische Workflows mit persönlicher Anmeldung, Rollenprüfung und unveränderbarem Protokoll sind besonders geeignet. Sammelkonten oder weitergegebene Passwörter zerstören die Aussagekraft. Bei materiellen Entscheidungen sollte zusätzlich erkennbar sein, welche Kriterien geprüft und welche Bedingungen oder Vorbehalte festgehalten wurden.

Wie weist man das Vier-Augen-Prinzip revisionssicher nach?

Der Nachweis muss zwei unterschiedliche, berechtigte Personen sowie deren getrennte Handlungen zeigen. Die zweite Person bestätigt nicht nur den Abschluss, sondern dokumentiert den definierten Prüfgegenstand und allfällige Korrekturen. Zeitstempel, Benutzeridentität und Version sind wichtig. Systemseitig sollte verhindert werden, dass dieselbe Person beide Rollen übernimmt. Ausnahmen werden begründet, genehmigt und gesondert überwacht.

Wie dokumentiert man Abweichungen und Ausnahmen bei einer Kontrolle?

Jede relevante Abweichung erhält Beschreibung, betroffenen Umfang, Risikobeurteilung, Ursache, Sofortmassnahme, verantwortliche Person und Zieldatum. Es ist zu unterscheiden zwischen erwarteter fachlicher Ausnahme, Kontrollfehler und echtem Prozessmangel. Nachweise und Entscheidungen werden verknüpft. Wiederkehrende Abweichungen sollten aggregiert und auf systemische Ursachen untersucht werden, statt immer wieder als Einzelfall geschlossen zu werden.

Was ist zu tun, wenn eine Kontrolle nicht durchgeführt wurde?

Zuerst wird die Risikowirkung beurteilt: Welche Periode, Transaktionen und Ziele sind betroffen? Danach wird die Kontrolle wenn sinnvoll nachgeholt oder durch eine geeignete kompensierende Prüfung ersetzt. Ursache, Entscheidung und Ergebnis werden dokumentiert. Bei wesentlichen Risiken erfolgt Eskalation. Anschliessend sind organisatorische Gründe wie fehlende Stellvertretung, unklare Termine oder unrealistische Arbeitslast zu beheben.

Wie geht man mit überfälligen Kontrollen um?

Überfällige Kontrollen sollten automatisiert erinnert und nach definierten Fristen eskaliert werden. Die Verantwortlichen müssen Status, Ursache und geplantes Abschlussdatum angeben. Nicht jede Verspätung hat dieselbe Risikobedeutung; deshalb sind Schlüsselkontrollen und kritische Perioden zu priorisieren. Wiederholte Verspätungen werden als mögliches Kontrollproblem analysiert. Eine nachträgliche Erledigung ohne Bewertung des Zeitverzugs genügt nicht.

Wie regelt man Stellvertretungen bei Kontrollverantwortlichen?

Für jede zeitkritische Kontrolle wird eine qualifizierte Stellvertretung mit erforderlichen Zugriffsrechten und Informationen benannt. Die Vertretung sollte die Kontrollbeschreibung kennen und regelmässig geschult werden. Abwesenheitsregeln dürfen Funktionentrennung nicht verletzen. Bei besonders kritischen Kontrollen ist ein aktiver Übergabeprozess sinnvoll. Rollenbasierte Zuordnung in einer Software erleichtert Wechsel und verhindert, dass Aufgaben an inaktive Personen gebunden bleiben.

Unter welchen Bedingungen darf eine Kontrolle delegiert werden?

Delegation ist möglich, wenn die ausführende Person kompetent, unabhängig genug und mit den nötigen Daten sowie Rechten ausgestattet ist. Auftrag, Umfang, Termin, Nachweis und Eskalation müssen klar sein. Der ursprüngliche Verantwortliche behält je nach Governance die Aufsicht und prüft die ordnungsgemässe Ausführung. Eine informelle Weiterleitung ohne dokumentierte Rollenänderung oder Qualitätssicherung ist keine saubere Delegation.

Wie wählt man Stichproben für eine Kontrolle aus?

Die Stichprobe richtet sich nach Ziel, Population, Risiko, Kontrollfrequenz und erwarteter Fehlerquote. Zufallsauswahl eignet sich für repräsentative Aussagen, risikobasierte Auswahl für besonders auffällige oder wertmässig grosse Fälle. Auswahlkriterien und vollständige Population müssen dokumentiert sein. Eine rein bequeme Auswahl der leicht verfügbaren Fälle kann verzerrte Ergebnisse liefern. Bei Auffälligkeiten ist die Stichprobe zu erweitern oder die Ursache separat zu untersuchen.

Wie dokumentiert man das Ergebnis einer Kontrolle klar und einheitlich?

Ein einheitliches Ergebnis unterscheidet mindestens „ordnungsgemäss“, „mit Abweichung“ und „nicht durchgeführt“ und ergänzt dies durch sachliche Begründung. Der kontrollierte Umfang, festgestellte Sachverhalt, Bewertung und nächste Schritte werden erfasst. Freitext allein erschwert Reporting; reine Statusfelder verlieren Kontext. Eine Kombination aus standardisierten Feldern und kurzer qualifizierter Erläuterung ist meist am besten.

Welche Anhänge und Kommentare gehören zu einem Kontrollnachweis?

Anzuhängen sind nur Unterlagen, die Durchführung, Datenbasis, Feststellung oder Entscheidung tatsächlich belegen. Kommentare sollten verständlich erklären, was geprüft und warum eine Abweichung akzeptiert oder weiterverfolgt wurde. Doppelte, irrelevante oder ungeschützte Dateien sind zu vermeiden. Vertrauliche Personendaten sollten soweit möglich geschwärzt, minimiert oder durch einen sicheren Referenzlink ersetzt werden.

Wie lange müssen Kontrollnachweise aufbewahrt werden?

Die Frist hängt von Rechtsgrundlage, Prozess, Nachweisart, Verjährung, Prüfzyklen und Datenschutz ab. Rechnungslegungsbezogene Belege und Berichte unterliegen häufig zehnjährigen Aufbewahrungspflichten, andere Kontrolldokumente können kürzere oder längere Fristen benötigen. Eine dokumentierte Aufbewahrungsmatrix ist erforderlich. Nach Ablauf der Frist sollten Daten kontrolliert gelöscht oder anonymisiert werden, sofern kein Rechtsstreit oder Legal Hold entgegensteht.

Wie misst man die Verlässlichkeit der Kontrolldurchführung?

Verlässlichkeit zeigt, ob Kontrollen vollständig, termingerecht und mit ausreichender Qualität ausgeführt werden. Kennzahlen können Erledigungsquote, Verspätungen, fehlende Nachweise, nachträgliche Korrekturen und Testergebnisse kombinieren. Eine reine „grüne“ Statusquote reicht nicht, wenn die Nachweise oberflächlich sind. Gewichtung nach Risikoklasse und Schlüsselkontrollen erhöht die Aussagekraft. Trends sind wichtiger als ein einzelner Monatswert.

Wie misst man die Termintreue bei Kontrollen?

Gemessen wird der Anteil fristgerecht abgeschlossener Kontrollen im Verhältnis zu allen fälligen Kontrollen. Sinnvoll sind zusätzliche Klassen für geringe, erhebliche und kritische Verspätung sowie eine Gewichtung nach Risiko. Änderungen des Fälligkeitsdatums müssen transparent bleiben, damit Kennzahlen nicht durch Verschieben verbessert werden. Ursachenanalysen zeigen, ob Ressourcen, Planung oder Prozessabhängigkeiten angepasst werden müssen.

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swissIKS: Möchten Sie Risiken, Kontrollen, Termine und Kontrollnachweise zentral verwalten? swissIKS unterstützt Organisationen bei der digitalen Umsetzung eines nachvollziehbaren Internen Kontrollsystems.

Autor: Christian Hafner (Fachautor)

Letzte fachliche Aktualisierung: 2026-08-13

Nächste Überprüfung: 2027-08